zurück

Der 6. Tag
16.09.2005

00:15 Uhr
Wach geworden mit Unruhe und Rückenschmerzen.

Und dann: erst mal "Hurra!" Der 6. Tag ist angebrochen.

00:20 Uhr
Aufgestanden und im Haus herumgelaufen. Bad einlaufen lassen und 20 Minuten gebadet. (mit Badezusatz Vetivergras)

02:00 Uhr
Blutdruck 123/97, Puls 103 (höchster Ruhepuls bisher) Schlafen gelegt.

03:25 Uhr
Wach geworden. Urin 85 ml

Ich habe jetzt richtig starken, körperlichen Durst. Bis zum 3. Tag hatte ich den gar nicht. Ich lutsche und kaue mehrmals täglich Eiswürfel oder gurgele mit kaltem Wasser. Das wird selbstverständlich nicht heruntergeschluckt, was mir wirklich nicht leicht fällt.

Habe bemerkt, dass meine Zunge pelzig weiß ist. Da sie immer weißlich belegt ist, habe ich einen Edelstahlschaber-Zungenreiniger, den ich sonst täglich anwende. Den hatte ich ganz vergessen. Gegenüber einer Zahnbürste ist der Schaber wesentlich effektiver. Aber auch damit bekomme ich den Belag nicht gänzlich runter.

Meine Stimme ist jetzt richtig schwach, leise, etwas hoch und brüchig. Meine Augen laufen immer öfter in den Schielblick.

03:42 Uhr
Blutdruck 117/88, Puls 92

Extra runter und an den Kühlschrank, um einen Eiswürfel zu lutschen. Danach auch noch mit kaltem Wasser aus dem Kühlschrank gegurgelt. Das ist für mich zum (einzigen) Hochgenuss geworden. Das Kauen von Eis ist momentan bei meinen eingeschränkten Möglichkeiten nicht zu überbieten.

Ich habe mir überlegt, was würde noch fehlen, wenn man einem Schlemmer alles gäbe. Er dürfte anschauen, riechen, schmecken, kauen. Dann würde das Herunterschlucken fehlen.
Wenn man das durch einen Bypass in der Speiseröhre ableiten würde - wahrlich eine Horrorvision, aber das war die Organtransplantation ja auch mal - dann könnte er auch herunterschlucken. Was würde ihm dann noch fehlen? Das Völlegefühl im Magen.
Es ist aber auch denkbar, herunterschluckbare Kapseln zu entwickeln, die sich von außen durch Funk auf ein Mehrfaches ihres Volumens ausdehnen. Dann wäre das Völlegefühl auch gegeben. Was würde dann noch fehlen? "Die Speisen in Besitz genommen zu haben". Es würde also nicht funktionieren, auf diese Weise die Völlerei ohne Fettleibigkeit zu ermöglichen.
Und wenn man Speisen künstlich herstellen könnte, die keine Nährstoffe, Fette, Eiweiße oder Kohlehydrate enthalten aber köstlich schmecken? Dann käme vielleicht das Gefühl auf, sich etwas Wertloses einzuverleiben.
Anders wäre es wohl, wenn man diese Zutaten nur unter hohem Aufwand aus 10.000 Metern Meerestiefe beschaffen könnte und der Preis sie nur kleinen Kreisen zugänglich machen würde. Oder mittels Raumfahrt irgendwann von fremden Planeten. Das wäre bestimmt zufrieden stellend, es wäre exklusiv, würde gut schmecken und nicht dick machen.

Solche Gedanken kommen mir nur, weil ich nun den 6. Tag nichts esse und nichts trinke. Und alles, was sich im Haus befindet, wird von meiner visuellen Wahrnehmung im Vorübergehen sofort in essbar und nicht essbar unterteilt und registriert. Ich habe das Bild des geöffneten Kühlschranks visuell vor mir. Selbst das Katzen-Trockenfutter im Flur sehe ich vor meinem geistigen Auge. Ich habe im Hinterkopf unbewusst und ungewollt einen "Hausplan mit essbaren Dingen" angelegt und würde sie im Dunkeln finden. Ach....!

Bis 4:12 Uhr etwa wach gelegen (an den Blick auf die Uhr kann ich mich erinnern), dann wohl eingeschlafen.
Zum Lesen habe ich keine Energie. Nur treibende Gedanken. Aber vielleicht gehört das dazu und wird "irgendwo" als Baumaterial für meine Umstrukturierung benötigt.

05:50 Uhr
Aufgewacht und im Haus herumgelaufen. Im Keller Sachen sortiert. Irgendwie etwas plan- und ziellos. Aber so kriegt man die Zeit rum.

07:00 Uhr
Urin 75 ml, Gewicht 69,3 kg

07:17 Uhr
Blutdruck 115/97, Puls 101

08:00 Uhr
Hingelegt und geschlafen.

08:16 Uhr
Aufgestanden mit Rückenschmerzen.

11:00 Uhr
Blutdruck 136/99, Puls 96

11:05 Uhr
Geschlafen bis 11:30 Uhr.

11:50 Uhr
Urin 95 ml. (etwas dunkler als bisher, aber nicht trübe, fast geruchslos)

11:55 Uhr
Blutdruck 136/104, Puls 87, Gewicht 69,2 kg

12:00 Uhr
An PC gesetzt und die Aufzeichnungen geschrieben. Und: "Hurra! Halbzeit des 6. Tages."

In den Morgenstunden, als ich im Keller aufgeräumt habe und auch schon davor im Bett, hatte ich zuerst eine wenige Sekunden dauernde Kammerflimmern Attacke, dann, vielleicht eine Stunde später, einen auch nur Sekunden dauernden Anfall von Absoluter Arrhythmie mit Vorhofflimmern. Ich kann das auseinander halten, weil ich es kenne. Sekunden-Kammerflimmern trat im Alter von etwa 40 erstmals bewusst bei mir auf. Damit bin ich nicht mal zum Arzt gegangen. Es verschwand, wie es kam. Dann im Abstand von Jahren kam es mal wieder. Es hört jedes Mal nach Sekunden wieder auf.
Die Absolute Arrhythmie mit Vorhofflimmern hatte ich anfallsweise in den letzten Jahren oft in Attacken, die nach dem Essen auftraten und einige Stunden dauerten. Im vorigen Jahr hatte ich sie einige Monate dauerhaft. Es wurde "entdeckt", als zur Vorbesprechung der Narkose für die Nasenoperation ein EKG gemacht wurde.
Das Sekunden-Kammerflimmern löst noch keine Ohnmacht aus, die Absolute Arrhythmie mit Vorhofflimmern erst recht nicht. Aber ich frage mich, was ist, wenn es anhält? Bei anhaltendem Kammerflimmern gäbe es nur den Notarzt. Klar. Bei der Absoluten Arrhythmie mit Vorhofflimmern hätte ich die Wahl.

Wie ich gelesen habe, hat etwa jeder 4. Herzrhythmusstörungen aus verschiedensten Gründen. Viele davon nehmen sie nicht wahr. Schädlicher ist da die Wahrnehmung mit den ausgelösten, meist übersteigerten Ängsten.
Die Absolute Arrhythmie mit Vorhofflimmern ist seltener. Und wenn sie sich abstellen lässt, wie bei mir im Vorjahr mit Elektrokardioversion oder Betablockern, dann hat man im Prinzip 100 Prozent Herzleistung, die Fakten wie Alter und Kondition eingerechnet. Wenn sie sich nicht abstellen lässt, dann muss man damit leben und kann auch damit alt werden. Der Preis ist, dass man nur 60 - 70 Prozent Herzleistung hat. Ein 6-Zylinder, bei dem zwei Zylinder ausgefallen sind. Erst die lang anhaltende Absolute Arrhythmie schädigt das Herz dauerhaft.

Ich habe heute morgen wieder große Angst gehabt, dass mein Vorhaben jetzt daran noch scheitern könnte. Inzwischen hat sich alles beruhigt, die Werte sind gut. Im Moment geht es so gut, dass ich meine 30 Liegestütze versuchen kann.

13:15 Uhr
30 Liegestütze

Das ging gut, viel mehr hätte ich allerdings nicht geschafft. Ich kann mir nun nicht vorstellen, dass ein ausgezehrter Mensch - so wie ich jetzt seit zwei Tagen aussehe - das ohne Ernährung schaffen kann. Vielleicht ist es Wunschdenken, vielleicht irre ich in der Sache total, aber ich fühle mich "ernährt". Der Lichtnahrungsprozess hat bei mir schon eingesetzt. Auch wenn ich es gar nicht bemerkt habe. Ich habe es nicht bemerkt, weil ich die ausgeschmückten und phantasiereichen Schilderungen von Jasmuheen erwartet hatte. Aber wie an anderen Stellen zu lesen ist, geschieht das ganze "immer auf höchst individuelle Weise". Was Jasmuheen schreibt, ist zu 90 Prozent esoterischer Müll, mit dem der Einzelne gar nichts anfangen kann.
Jasmuheen ist eine faszinierende Frau mit Charisma, aber sie ist das Pferd und ihr Ego ist ihr Reiter.
Ich stieß vorgestern zufällig beim Blättern im bereits gelesenen Buch von Michael Werner "Leben durch Lichtnahrung" auf die Worte "esoterisches Sammelsurium" (Auflage 2005, Seite 91) in Bezug auf das Buch "Lichtnahrung" von Jasmuheen. Das hatte ich nicht weiter registriert, weil ich das Buch noch nicht hatte. Aber das trifft es und ist auch beim Lesen sofort mein Eindruck gewesen.
Ich bin froh, dass ich erst das Buch von Michael Werner las und erst dadurch auf das von Jasmuheen aufmerksam wurde. Hätte ich ihres zuerst gelesen, hätte es mich wohl mehr abgeschreckt und keinesfalls so "für die Idee entzündet".

Korrektur gelesen bis hierher.

15:30 Uhr
Urin 60 ml, Blutdruck 142/99, Puls 89, Gewicht 68,8 kg

15:40 Uhr
Ins Bett.

15:52 Uhr
Aufgestanden, keine Rückenschmerzen, keine Beschwerden.

Ich habe ziemliche (Ver-)Spannungen der Rückenmuskulatur. Hatte kurzeitig und auch die zwei Tage zuvor schon mal einen leichten Schmerz auf einem Nervenknoten auf der Kopfhaut. Das kenne ich aus den letzten Jahren leider nur zu gut. Trat immer bei Kälte auf. Manchmal schon bei etwas Wind und Wetter. Es muss was mit Vitamin B-Mangel zu tun haben, denn mit Vitamin-B (B1 u. B6) ließ sich das günstig beeinflussen.
Diesen Schmerz auf der Kopfhaut hatte ich also jetzt. Vielleicht sind die "Lichtarbeiter" gerade damit beschäftigt. :-) Wäre ja schön, wenn ich das auch los würde.

16:20 Uhr
Hatte eben wieder eine sekundenlange Arrhythmie-Attacke. Ausgelöst durch Knien vor einem Schrank. Ging nach dem Aufstehen wieder weg. Das kann einen schon beunruhigen. Immerhin liegen noch über 31 Stunden vor mir. Ich denke, dass mein Blut durch die Dehydrierung etwas dicker ist und sich nicht so leicht pumpen lasst. Auf mein Bad heute Nachmittag habe ich schon verzichtet, um den Kreislauf zu schonen.
Die Gewichtsabnahme ist aus meiner Sicht weiterhin ziemlich drastisch, aber auch sehr permanent. Täglich 1,2 oder 1,1 kg, die letzten Tage. Habe insgesamt schon 7,2 kg verloren, bei einem Anfangsgewicht von 76 kg. Ich schätze, dass ich am Ende des 7. Tages runter auf 67,5 kg komme. Damit hätte ich dann 8,5 kg in den 7 Tagen verloren. Mit 67,5 kg bei 1,72 m Größe kann man gut leben, wenn es dann dabei bleibt. Bei 65 oder 64 kg müsste ich mich ärztlich beraten lassen und eventuell Abbruch in Erwägung ziehen. Aber ich bin guter Dinge, dass ich bereits ernährt werde und es sich durch den Flüssigkeitsersatz ab Ende morgigen Tages regulieren wird.

18:15 Uhr
Soeben hat sich eine Absolute Arrhythmie mit Vorhofflimmern eingestellt, die offenbar anhält. Das Flimmern des Vorhofes kann ich spüren und die Schlagzahl etwa auf 180 - 200 Schläge/Minute einschätzen. Das ist schon heftig. Die Schläge der Hauptkammer kann ich nicht beurteilen, sie scheinen aber im Rahmen zu liegen, mir ist nicht schlecht oder schwindelig. Nur beim Treppensteigen bin ich noch etwas schwächer. Beim Umhergehen merke ich es nicht, außer, dass ich die Herzschläge spüre. Da mein Herz organisch gesund und kräftig ist, wie die Kardiologen immer sagen, muss ich mir keine großen Sorgen machen. Ich habe meine Seele auf dem üblichen Wege befragt und bekam die Antwort: "Tu nichts!"

19:45 Uhr
Habe eine halbe Stunde fest geschlafen, die Arrhythmie ist noch da. Nach dem Treppensteigen bin ich ziemlich schwach in den Beinen. Vielleicht hätte ich die 30 Liegestütze nicht machen sollen. Vielleicht sollte ich sie machen, damit es mich an meine Grenzen führt.. Aus meinem Inneren höre ich keine Warnsignale.

20:10 Uhr
Urin 80 ml, Gewicht 68,8 kg.
Die Blutdruckmessung kann ich mir bei Arrhythmie sparen. Das funktioniert technisch nicht. Die erste Messung ergab "Error", der zweite Versuch "98/82, Puls 85", also nicht sehr glaubhaft.

Vor diesem 6. Tag habe ich mich insgeheim gefürchtet. So nahe am Ziel, aber immer noch nicht da und alles kann geschehen, was zum Abbruch führ. Ich werde nicht aufgeben. Und die Arrhythmie macht mich nicht kaputt. Aber irgendwann werde ich mich fragen, ob ich es geschafft habe, weil ich Vertrauen zum Lichtnahrungsprozess oder zu meiner alten, mächtigen Seele hatte oder ob ich einfach nur ein Sturkopf war, der ich immer bin, und mit dem Kopf durch die Wand wollte. Vielleicht wird mich auch mal jemand fragen, ob ich meine, unter diesen Umständen verantwortungsvoll gehandelt zu haben. Was soll ich dann sagen? Ich habe intuitiv gehandelt, nicht irgendwelchen Maßstäben getreu.

20:30 Uhr
Habe die Gewichtskontrolle wiederholt, weil es das gleiche Ergebnis wie 15:30 Uhr war. Neues Ergebnis: 68,7 kg.

22:30 Uhr
Meine Arrhythmie hat sich abgeschwächt, ist aber noch da. Das Vorhofflimmern ist wesentlich langsamer geworden. Aber es ist arrhythmisch zum Schlag der Herzhauptkammer und somit ist die Leistung geringer. Ich denke, es wird morgen besser sein. Vielleicht hätte ich die 30 Liegestütze nicht machen sollen. Das war nicht nötig gewesen. Darüber muss ich wohl etwas länger nachdenken.

22:47 Uhr
Blutdruck 105/77, Puls nicht messbar, Gewicht 68,5 kg

23:15 Uhr
Ins Bett.

**********

Tagesmenge Trinken gesamt: 0
Gewicht morgens (nach der Toilette): 69,3 kg (niedrigstes nachts 68,5 kg)
Stuhlgang: nein


**********