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Der 7. Tag
17.09.2005

00:20 Uhr
Ich möchte meinen 7.Tag begrüßen!
Ich habe etwa 20 Minuten recht gut geschlafen. Die Rückenschmerzen und die nervliche Unruhe der letzten Tage habe ich gestern nicht mehr gehabt und auch jetzt nicht. Dafür habe ich nun meine Arrhythmie von gestern noch. Aber ich bin guter Dinge. Mein Herz ist organisch gesund, es ist "nur" die Steuerung. Den Tag werde ich überstehen, bin überhaupt erleichtert, so weit gekommen zu sein. Ich freue mich, auch den letzten Tag standhaft ohne Essen und Trinken abschließen zu können. Und ich freue mich auf das erste Getränk und viele danach. Nie schien mir das Trinken so genussvoll wie jetzt, wo ich es nicht kann.

Ich habe auch noch weitere Möglichkeiten entdeckt, um gegen den Durst zu bestehen. Gurgeln mit kohlsäurehaltigem Mineralwasser scheint die Krönung zu sein. Gurgeln mit gekühltem Wasser ist auch sehr angenehm. Eiswürfel lutschen oder kauen ist bekannt.
Wenn man direkt nach der Abkühlung mit Eiswürfel oder kaltem Wasser nochmal hinterher gurgelt mit einem Spritzer Mundwasser im Wasser, ist das die absolute Spitze. Man erlebt ein "Mundgefühl". Damit könnte man sich eine ganze Zeit des Tages über beschäftigen, was aber wohl bestimmt auch nicht der Sinn ist.

02:35 Uhr
Soeben hat sich meine Arrhythmie verabschiedet, mein Puls ist zwar noch schnell, aber wieder regelmäßig mit einigen bedeutungslosen Extrasystolen (Herzrhythmusstörungen).
Das gibt mir sehr viel Freude und Hoffnung. Vielleicht haben ja die "Lichtarbeiter" ihre "Reparaturen" in diesem Bereich abgeschlossen. Das ist ein guter Start in den letzten Tag.

02:40 Uhr
Ein Bad eingelassen, 20 Minuten gebadet, 38 Grad, Zusatz "Ingwer".

03:25 Uhr
Blutdruck 118/95, Puls 96, Gewicht 68,3 kg

04:00 Uhr
Ins Bett, geschlafen bis 4:30 Uhr. Bis 5:20 wach gewesen, im Haus herumgelaufen oder in den Büchern geblättert, die ich alle extra besorgt habe und die ich alle lesen wollte. Ich glaube fast, zum Lesen eines Buches braucht man auch Kraft.

05:20 Uhr
Bis 6:50 Uhr geschlafen, zwischendurch um 6:00 Uhr mal kurz wach gewesen.

06:57 Uhr
Blutdruck 126/86, Puls 97

07:00 Uhr
Urin 75 ml (etwas dunkler wie an Vortagen, aber nicht trübe, kaum riechend)

07:03 Uhr
Gewicht 68,2 kg

Ich hatte in der Nacht ein paar leichte Krämpfe in den Füßen, aber die waren von der Intensität überhaupt nicht mal annähernd zu vergleichen, mit der Krampfbereitschaft und den Krämpfen in Füßen und Waden, die ich die letzten 2 Jahre in wechselnden Phasen erlebt habe. Das war vor der Schilddrüsentherapie und vor der Elektrokardioversion des Herzens so und danach unverändert. Dagegen halfen auch keine kleinen und großen Dosen von Magnesium.
Was ich jetzt habe, ist dagegen schon "die Heilung davon" zu nennen.

Der Mund trocknet nun seit gestern schnell aus, aber die Nase ist immer noch schön feucht.
Die Rückenschmerzen und die nervliche Unruhe, die mich immer aus dem Schlaf weckten und aus dem Bett trieben, sind nicht mehr vorhanden.

Die Konzentrationsschwächen, die ich ab dem 2. Tag beobachten konnte, sind heute verschwunden. Der Geist ist klar.
Die Augenachsen laufen immer noch gelegentlich aber oft zum Schielen zusammen.
Das Ziehen im Zwerchfell- oder Leberbereich beim Schreiben am PC oder bei handschriftlichen Eintragungen z.B. ist geblieben. Es tritt bei jeder Arbeit auf, die Aufmerksamkeit und Konzentration erfordert.
Meine Stimme ist schwach, leise, dunkel und brüchig. Mein Gang noch etwas wackelig aber nicht so wie die letzten Tage.

Ansonsten denke/hoffe ich, dass ich den Rest des 7. Tages gut und erwartungsvoll überstehe und freue mich sehr auf mein erstes Getränk, 25 % reiner Orangensaft mit 75 % Wasser verdünnt.

Ich muss sagen, dass ich von allen außer- oder übersinnlichen Wahrnehmungen verschont geblieben bin, selbst da, wo ich sie den Auslegungen von Jasmuheen nach erwartet oder teilweise sogar erhofft hätte. Selbstverständlich bin ich durch das Fasten und die Dehydration an die Grenzen meiner physischen und geistigen Existenz gekommen, aber auch die oft beschriebenen Wahrnehmungs-Phänomene des allgemeinen Fastens konnte ich nicht feststellen.

11:00 Uhr
Blutdruck 128/104, Puls 99

11:03 Uhr
Urin 65 ml (etwas dunkel, nicht trübe, kaum riechbar)

11:05 Uhr
Gewicht 68,2 kg

Bis ca. 13.00 Uhr im Bad was gewerkelt, musste nach meinem Bedürfnis sein, aber nicht wirklich, hätte wohl auch Zeit gehabt. Nun ja, jetzt ist es fertig.

13:30 Uhr
Blutdruck 15/99, Puls 114
Der Blutdruck ist nach den Vortagen wieder runter gegangen, fast normal. Nur der Puls ist ziemlich hoch. Vermutlich, weil das Blut durch die Dehydrierung verdickt ist.

13:35 Uhr
Gewicht 68,1 kg (gleiches wie 11:00 Uhr!)

13:40 Uhr
Geschlafen bis 14:00 Uhr, keine Rückenschmerzen mehr, keine nervliche Unruhe. Aber lange schlafen kann ich trotzdem nicht. Doch es reicht wohl aus.

16:10 Uhr
Urin 80 ml (etwas dunkel, nicht trübe, kaum riechbar)

16:15 Uhr
Blutdruck 130/105, Puls 105 (hoher Ruhepuls)

16:18 Uhr
Gewicht 68,0 kg

16:20 bis 16:50 Uhr geschlafen.

18:00 Uhr
Gewicht 68,0 kg (gleiches wie 16:18 Uhr!)

Ich bin sehr kälteempfindlich geworden, friere schnell. Und damit stellt sich überraschend gleich mein altes Leiden ein, die Schmerzen am Nervenknoten auf dem Kopf. Sie sind aber nicht sehr heftig. Andererseits genieße ich nach dem Baden die kalte Luft am offenen Fenster.

Mein Geruchssinn hat sich entfaltet. Ich habe meine Aromaöl-Sammlung wiederentdeckt. Momentan mag ich Zitrone oder Vanille.

Mein Durstgefühl, das bis zum 3. Tag kaum zu spüren war, halt sich zum Leiden entwickelt. Bei jeder kleinen Anstrengung trocknet der Mund aus. Glücklicherweise bleibt die Nase normal feucht. Ich mache heute und vor allem jetzt gegen Ende etwa alle 15 Minuten Gebrauch vom erlaubten Gurgeln ohne Herunterschlucken. Dazu verwende ich Eiswasser oder Mineralwasser.

20:00 Uhr
Bad eingelassen, 20 Minuten gebadet (Zusatz Ingwer)

20:45 Uhr
Gewicht 69,9 kg

20:47 Uhr
Blutdruck 120/100, Puls 104

21:40 Uhr
Urin 85 ml (etwas dunkel, nicht trübe, kaum riechbar)

21:44 Uhr
Blutdruck 129/103, Puls 100

22:00 Uhr
Geschlafen bis 22:20 Uhr.

23:00 Uhr
Habe mein 1. Getränk vorbereitet. Die Beschäftigung damit ist auch eine willkommene Ablenkung. 150 ml 100-prozentigen Orangensaft und 450 ml Wasser ergeben 600 ml 25-prozentigen Saft. Eine Hand voll Eiswürfel rein und in einer Stunde kann es mit kleinen Schlucken losgehen. Dafür lasse ich mir dann 1 Stunde Zeit. Morgen wird dann zügellos die gleiche Mischung in großen Mengen getrunken. Es tut mir leid, auch wenn die Sache für mich einen sehr ernsten Hintergrund hat..., ich kann momentan nur ans Saufen denken. (Orangensaft, versteht sich)
Möglich, dass dies auf die Abwesenheit des spirituellen Körpers zurückzuführen ist. Mit Philosophieren und tiefgründigen Gedanken ist im Moment nichts.

Die beobachteten äußeren Folgen der Dehydrierung:
Körpermasse nimmt ab. Die Augen liegen tiefer, das Gesicht wirkt klein und spitz, die Wangenknochen und die Konturen des Nasenbeins, der Stirn, des Kinns etc. treten hervor, die Ohren wirken größer. Das geschieht am ganzen Körper. Und last not least: Der stolze Teil des Mannes wird zum Bonsai. Es bleibt nur ein hässlicher, faltig-grauer kurzer Stummel, den man gerade zum Pinkeln noch greifen kann.
Da wir gerade "in dieser Region" sind: Ich hatte bei Jasmuheen davon gelesen, dass Pranier "geruchslos" seien. Das wollte ich testen und habe schlicht und einfach bis zum 7. Tag meine Unterwäsche nicht gewechselt. (Ich versichere, das dieses sonst täglich geschieht) Es ist tatsächlich so, wie Jasmuheen schrieb. Nach sieben Tagen Tragen riecht nichts, auch an den intimen Stellen nicht.
Um jetzt einen Sprung zu machen und auch "das" noch zu sagen: Mit der Sexualität ist es in diesem Zustand vorbei. Es kommen nicht mal Gedanken daran auf.
Weitere Folgen sind: Entkräftung, Rückenschmerzen, nervliche Unruhe, Ruhelosigkeit, kurze, traumlose Schlafetappen. Konzentrationsschwäche. Kurze Momente der Verwirrtheit. Die Stimme wird schwach und brüchig.
Ansonsten: Der Blutdruck und Puls steigt. Kälteempfindlichkeit nimmt zu. (äußert sich auch in Wunsch nach warmen Bädern)

23:45 Uhr
Blutdruck 128/109, Puls 96, Gewicht 67,5 kg

Das Schlussgewicht beträgt somit nach 7 Tagen 67,5 kg.

00:00 Uhr
Und jetzt auf zu meinem ersten Glas Orangensaft. (mit Wasser auf 25% Fruchtgehalt verdünnt)

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Tagesmenge Trinken gesamt: 0
Gewicht morgens (nach der Toilette): 68,2 kg (niedrigstes nachts 67,5 kg)
Stuhlgang: nein


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Ich schaue meine Seele fragend an und sie sagt: "Ich hab dich lieb."
Ich schaue nach meinem Körper mit all seinen Kräften und er sagt: "Ich hab dich lieb."
Was soll ich anderes sagen, als: "Ich habe euch auch lieb."
Und: "Ich danke euch!"