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18.10.2005
Schlussgedanken (überarbeitet 12.11.2005)

Der Lichtnahrungsprozess, so wie er von Jasmuheen (und auch anderen) verbreitet wird, ist eine Täuschung "im guten Glauben". Und so, wie er von den Massen aufgenommen wird, ist es eine Selbsttäuschung. Sei es, dass die Menschen diesen Gedanken nur in ihrem Kopf tragen oder ihn tatsächlich eines Tages durchführen.
Den Prozess wirklich zu vollziehen, ist einer Minderheit vorbehalten. Das Prinzip ist: An die Kraft des Geistes bedingungslos zu glauben. Und dies unterliegt nicht dem Willen, der vom Ego mit Eitelkeit und Ehrgeiz "verunreinigt" wird. Der reine Glaube, der hier gefordert wird, ist etwas gänzlich anderes, als das, was man etwa vom christlichen und religiösen Status des "Durchschnittsgläubigen" erwartet. Das ist nicht vergleichbar, aber mehr bringen die Massen, die Jasmuheen oder anderen nacheifern, ja nicht mit. Sie besitzen nur dieses eine: Einen Glauben, der sie nicht in die Einsamkeit ihres Herzens führt, wo sie alle Wahrheiten finden könnten, wenn sie "nur ein paar Jahre danach suchen würden", sondern einen Glauben, der sie auf Massenveranstaltungen führt oder in esoterisches Schriftgut. Der wahre Glaube ist das Resultat eines Entwicklungsweges. Und den haben nur wenige hinter sich. Ich offenbar nicht, denn mir ist es nicht gelungen, den Lichtnahrungsprozess erfolgreich zu absolvieren.

Einsichten in das typische Verhalten:
Von denen, die den Lichtnahrungsprozeß machen, und ihn 21 Tage durchstehen, fangen viele unmittelbar darauf wieder zu essen an. Sie sagen sich dennoch, sie hätten den Lichtnahrungsprozess vollzogen und bräuchten eigentlich nicht mehr zu essen, wenn sie sich dazu entschließen würden. Das ist ein Selbstbetrug. Das einzige, was sie bewiesen haben, ist, dass sie nach der ersten Null-Woche die folgenden beiden Wochen von Fruchtsäften gelebt haben. Auch wer das noch über Wochen und Monate weiter praktiziert, kann nicht von Nahrungslosigkeit sprechen. Man kann mit täglich einer Hand voll Reis leben. Oder von ein paar Früchten. Warum sollte man nicht von 2 Litern Fruchtsaft täglich leben können? Bis sich gravierende Mangelerscheinungen einstellen, vergehen unter Umständen viele Monate. Darin liegt die (Selbst-) Täuschung: "Wer von Saft lebt, der lebt nicht nahrungslos."

Mir hat der Lichtnahrungsprozess viele Einsichten gebracht. Ich denke, ich werde ihn einmal wiederholen. Momentan kann ich nicht sagen, daß ich eine "Erhebung" meines Seelenlebens verspüre. Im Gegenteil. Es ist, als sei ich aus dem Hochgebirge, mit seinem ständigen Auf und Ab, den tiefen Schluchten und steilen Höhen, ins Flachland "umgesiedelt worden". Ich bin bodenständiger geworden, eindeutig. Meine Interessen liegen jetzt wieder bei den praktischen Dingen. (und auch beim Essen) Mir fehlen die geistigen Höhenflüge aus der Zeit "davor" sehr, aber ich kann sie nicht zurückholen. Ich hätte die Illusion nur erhalten können, wenn ich es ein Traum geblieben wäre. Und so schlecht ist es jetzt auch nicht. So viele Dinge, handwerkliche Arbeiten, Hobbyarbeiten, die alle mal angefangen wurden und liegengeblieben sind, kann ich jetzt mühelos fortsetzen. Dafür hat es sich doch gelohnt.

***

Körperliche Symptome:

18.10.2005
Morgens beim Aufstehen fiel auf, dass die Unterschenkel relativ dick und stramm aussahen. (Wasser) Nachmittags bin ich 1 1/2 Stunden gewandert, habe unterwegs auch ständig Wasser lassen müssen, eine bei mir bekannte Reaktion. Aber abends waren die Waden noch dicker. Gegenüber 37 cm Umfang am 16.10. nun 40 cm.
19.10.2005
Die Schwellung der Unterschenkel ist deutlich zurückgegangen. (Umfang Waden 39 cm)
12.11.2005
Das Wasser in den Waden ist nach einer Woche verschwunden und nicht wieder aufgetreten.

Augen
Während des Lichtnahrungnsprozesses gab es ganz erhebliche Einschränkungen der Sehkraft, die mich teilweise in Panik versetzten. Sie traten hauptsächlich abends auf, also ein Zeichen von Ermüdung und von Nachlassen der Sehkraft bei schlechtem Licht. Mitunter konnte ich am Computer nicht mehr lesen. Das gab es vorher nie.
Inzwischen, nachdem ich den Lichtnahrungsprozess beendet habe und wieder (reichlich) esse, hat sich das alles normalisiert. Ich war auch beim Augenarzt, wo mir dieser Zusammenhang mit Fastenkuren bestätigt wurde. Ich habe meine Augen untersuchen lassen, bekam eine neue Brillenverordnung, hab die Brillen fürs Lesen und Fernsicht auch anfertigen lassen, aber ich brauche sie nicht und werde sie auch nur bei besonderen Anlässen tragen. So war es vorher auch gewesen. Es hat sich also nichts verschlechtert, ich kann wie bisher mühelos ohne Brille lesen.


Nierenschmerzen in den ersten 7 Tagen
Das hat mir große Sorgen gemacht, vor allem, da ich ja auf mich allein gestellt war und keinen Rat von Erfahrenen einholen konnte. Ich habe aber dann doch im Web die Information gefunden, dass die Schmerzen hauptsächlich "durch Umverteilung" von Flüssigkeit im Körper oder durch "den Versuch dieser Umverteilung" entstehen, also nicht direkt in den Nieren.
Desweiteren habe ich meinen Blutdruck ständig überwacht, weil die Gefahr der Nierenschädigung unter der Dehydrierung üblicherweise mit erhöhtem Blutdruck einhergeht. Mein Blutdruck ist aber nie ernsthaft angestiegen.

Leichte Kreislaufprobleme
Das war für mich relativ neu. Ein leichtes Schwindelgefühl, von Zeit zu Zeit. Oder beim schnellen Aufstehen. Das hat sich inzwischen gänzlich gegeben.

Enormes Kälteempfinden
Schon das Händewaschen mit kaltem Wasser war äußerst unangenehm. Auch das hat sich sofort innerhalb von 3 Tagen nach Wiederaufnahme des Essens gegeben. (durch höhere, innere Verbrennung, vermute ich)

Ziehen im Bereich der Leber (vermutlich Galle)
Schmerzen oder schmerzhaftes Ziehen im Oberbauch habe ich unter gewissen Anspannungen bei Hobbyarbeiten schon in den letzten Jahren häufig gehabt. Nun, während dieser Zeit der Nahrungslosigkeit, wurde das zu einem ziemlich großen Problem. Es trat fast unmittelbar, meist innerhalb von Minuten nach Beginn solcher "Tätigkeiten" auf. Eine Art Verkrampfung, denke ich. Das für mich so Verblüffende: Es waren immer Tätigkeiten, die nicht unbedingt notwendig waren. Es gibt also eine Intelligenz des Körpers, die darüber wacht, was unter den Bedingungen "auf Sparflamme" sein muss und was nicht. Es trat seit Nahrungs-(Wieder-)Aufnahme nur noch in Ansätzen auf. Jetzt, nach 4 Wochen ist es nahezu verschwunden. Der Zustand ist also besser als in den ganzen Jahren zuvor.
Ich mache mir zwar Gedanken, ob es die Galle war, die sich da meldete. Oder vielleicht eine psychosomatische (Fehl-) Funktion. Vielleicht beides? Kann man das überhaupt trennen?
Ich denke nun, rein organisch war es die Galle. Durch die Nahrungslosigkeit war der Gallenabfluss gestoppt und führte zu einer prallen Füllung der Gallenblase. Und dies wiederum führte auf den Umwegen über die Psychosomatik zu den Beschwerden.

Mein Gewicht bewegt sich heute nach 4 Wochen "wieder Essen" zwischen 72 und 73 kg. Ich muss zusehen, dass ich davon wieder etwas runterkomme. Dieses herrliche Gefühl, nicht dick zu sein, möchte ich nie mehr missen. Auch wenn ich nicht wirklich übergewichtig war. Aber die 83 kg, die ich im Juni noch hatte, waren für mich beängstigend.

Meine Herzbeschwerden sind eigentlich verschwunden. Hin und wieder stolpert es. Aber das ist eher normal und weit verbreitet, zumindest sagen das die Mediziner. Meine Betablocker, die ich täglich nehmen sollte und die mir als "für mein Alter und meine Situation als absolut üblich" empfohlen wurden, habe ich nie wieder angerührt. Und die Schilddrüsentabletten, ohne die ich "mit Sicherheit in die Unterfunktion geraten würde", wie mir ärztlicherseits bestätigt wurde, auch nicht.